Wände streichen: 7 Fehler, die Heimwerker häufig machen
Innenmalerei

Wände streichen: 7 Fehler, die Heimwerker häufig machen

10. November 2025 · 4 min Lesezeit · Maik Wentzien, Malermeister

Jedes Jahr greifen Millionen Deutsche selbst zum Pinsel – und viele bereuen es anschließend. Nicht weil Heimwerken falsch ist, sondern weil vermeidbare Fehler das Ergebnis ruinieren. Als Malermeister sehe ich regelmäßig, was schiefgeht. Hier sind die sieben häufigsten Fehler – und wie man sie vermeidet.

1. Den Untergrund nicht vorbereiten

Der häufigste und teuerste Fehler. Wer direkt auf alte, rissige oder schmutzige Wände streicht, wird feststellen: Die Farbe hält nicht, blättert nach wenigen Monaten ab und sieht ungleichmäßig aus. Vorher säubern, schleifen, spachteln – das ist kein optionaler Schritt, sondern Pflicht.

2. Zu wenig grundieren

Gipskartonplatten, frischer Putz und stark saugende Untergründe brauchen unbedingt eine Tiefengrundierung. Ohne sie saugt die Wand die Farbe weg, der Verbrauch verdoppelt sich – und das Ergebnis ist fleckig. Grundierung kostet wenig und spart viel Ärger.

3. Billige Farbe kaufen

Wer bei der Farbe spart, zahlt doppelt: Ein billiges Produkt deckt schlechter, verblasst schneller und hat oft eine Nassabriebfestigkeit, die schon beim ersten Wischen versagt. Markenhersteller wie Caparol oder Brillux bieten für Wohnbereiche Klasse 2 oder Klasse 1 – das rechnet sich langfristig.

4. Falsche Rollentechnik

Zu dick aufgetragen läuft die Farbe. Zu dünn – und man sieht die alten Schichten durch. Die Rolle sollte gleichmäßig beladen und in W- oder M-Bewegungen aufgetragen werden, dann ohne Druck ausrollen. Und immer nass in nass arbeiten – nie am bereits angetrockneten Rand ansetzen.

5. Heizkörper und Türen vergessen abzukleben

Abkleben ist lästig, aber unverzichtbar. Ein Spritzer Wandfarbe auf dem Parkett oder der Fußleiste sieht nach Monaten immer noch aus wie ein Fehler – weil er einer ist. Gutes Malerkreppband und Abdeckfolie sparen im Nachgang viel Aufwand.

6. Bei falschen Wetterbedingungen streichen

Im Außenbereich gilt: nicht unter 5°C, nicht über 30°C, nicht bei direkter Sonneneinstrahlung und nicht vor einem Regenfall. Auch im Innenbereich ist Zugluft beim Trocknen kontraproduktiv – die Farbe trocknet ungleichmäßig und bekommt Risse.

7. Zweiter Anstrich zu früh

„Ist doch schon trocken" – das ist der Trugschluss. Angetrocken ist nicht durchgetrocknet. Der Zwischenanstrich muss je nach Farbe und Raumtemperatur 4–24 Stunden warten. Wer vorher weiterstreicht, reißt die erste Schicht auf und startet von vorne.

Wann lohnt sich der Profi?

Bei kleinen Zimmern in guter Kondition ist Heimwerken eine echte Option. Sobald aber Risse, Schimmelspuren, alte Tapeten, dunkle Vorfarben oder besondere Materialien wie Lehmputz ins Spiel kommen, zahlt sich ein Fachbetrieb aus. Wir übernehmen auch Teilarbeiten – zum Beispiel nur die Decke oder das Abkleben und Grundieren, damit Sie das Streichen selbst übernehmen können.